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Psychotherapeutische Versorgung von Patienten mit dissozialen Persönlichkeitsstrukturen im Maßregelvollzug

Von 2008 - 2010 wurde das Forschungsprojekt (im Auftrag des Sozialministeriums MV) "Psychotherapeutische Versorgung von Patienten mit dissozialen Persönlichkeitsstrukturen im Maßregelvollzug - Effektivitätsverbesserung und Kostenersparnis" fortgesetzt.

Im Rahmen dieser Studie wurde in unserer Klinik auf einer Station die Dialektisch-Behaviorale Therapie-Forensik (DBT-F) eingeführt, um gerade schwer komorbid persönlichkeitsgestörte Patienten (vor allem dissozialer Ausprägung) dort unterzubringen und zu behandeln. Diese Therapieform wird seitdem kontinuierlich für alle Patienten dieser Station fortgeführt und fokussiert auf eine Reduktion von Impulsivitäit, selbstverletzendem Verhalten und Substanzgebrauch sowie Verbesserung von Fähigkeiten bezüglich emotionaler Regulation, Achtsamkeit, sozialer Kompetenz und Stresstoleranz. Gleichzeitig wurden auf einer anderen Therapiestation zusätzlich zur üblichen Therapie die R&R-Gruppen durchgeführt, um ein spezifisches Trainingsprogramm von kognitiven Fertigkeiten, das bestimmte Verhaltensweisen wie Problemlösung und prosoziale Ziele verfolgen verbessern soll, weiterzuführen.

Allgemein geht es bei allen diesen Therapieformen um die Beseitigung bzw. Stabilisierung kriminogener Faktoren, um ein straffreies Leben zu ermöglichen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

F. Keller, A. Kliemann, D. Karanedialkova, K. Schnoor, U. Schütt, P. Keiper, M. Kölch, J.M. Fegert, D.  
Schläfke. Beurteilerübereinstimmung im Forensischen Operationalisierten Therapie-Risiko-Evaluations-
System. Nervenheilkunde 30 (2011), 813-817

J. Engel, D. Schläfke. Komorbides Auftreten von ADHS und Sucht bei Patienten in der    Entziehungsmaßregel (S. 105-117)
E. Bastert, D. Schläfke. Psychotherapie mit intelligenzgeminderten Patienten in der Maßregel der KFP 
Rostock (S. 119-133)
D. Tardel, F. Kupke, J.M. Fegert, D. Schläfke. Komorbide Persönlichkeitsauffälligkeiten/-merkmale bei  
Patienten in der Entziehungsmaßregel (135-144)
A. Wettermann, D. Schläfke, U. Barfknecht, J.M. Fegert. Wie effektiv ist das Reasoning &
Rehabilitation-Programm bei erwachsenen Straftätern? - erste Zwischenergebnisse (S. 145-154)
In: J. Höppner, D. Schläfke, J. Thome (Hrsg.). Impulse für Psychiatrie, Psychotherapie und
Psychosomatik in der Lebensspanne. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin 2011

E. Bastert, D. Schläfke. Forensic patients with organic brain disorders. World J Biol Psychiatry 12 (2011,
suppl. 1), 23-27

A. Pein, A. Kliemann, D. Schläfke, F. Kupke, A. Wettermann, D. Tardel, J.M. Fegert. Profitieren dissoziale
Suchtpatienten von der DBT-F? Nervenheilkunde 31 (2012), 30-35

E. Bastert, D. Schläfke, J.M. Fegert. Lernbehinderte und hirnorganisch beeinträchtigte Patienten in der
Entziehungsmaßregel. Nervenheilkunde 31 (2012), 48-54

E. Bastert, D. Schläfke, A. Pein, F. Kupke, J.M. Fegert. Mentally challenged patients in a forensic hospital:
A feasibility study concerning the executive functions of forensic patients with organic brain disorder,
learning disability, or mental retardation. Int J Law Psychiat 35 (2012), 207-212

A. Wettermann, D. Schläfke, F. Kupke, J.M. Fegert. Beeinflusst das R & R-Programm
neuropsychologische Aspekte bei Straftätern? Nervenheilkunde 31 (2012), 36-41

E. Bastert, D. Schläfke, F. Giggel, J.M. Fegert. Verbesserung exekutiver Funktionen bei geistig
beeinträchtigten Patienten in der Entziehungsmaßregel. Forens Psychiat Psychoter 19 (2012),
282-299

A. Boysen, F. Kupke, K. Wedler, D. Schläfke. Psychisch kranke Straftäter im Jugend- und
Heranwachsendenalter. Forens Psychiat Psychother 19 (2012), 300-317

A. Wettermann, D. Schläfke, J.M. Fegert. The modification of criminogenic factors on addicted offenders
- The effectiveness of the Reasoning and Rehabilitation program. Int J Law Psychiat 35 (2012), 202-206

A. Wettermann, D. Schläfke, L. Gerullis, J.M. Fegert. Die Nachhaltigkeit der Veränderung kriminogener Faktoren durch das R & R-Training im Maßregelvollzug nach § 64 StGB. Forens Psychiat Psychother 22 (2015), 31-51